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Reisebericht zur Tierschutzarbeit vom 20.1.08 – 27.1.08 im Tierheim SARA auf Lanzarote

Nach einem vierstündigen Flug landete ich bei sommerlichen Temperaturen auf der kanarischen Insel, und wurde mit meinen 50 kg Sachspenden im Gepäck von den drei Kolleginnen des Förderverein Lanzarote e.V. in Empfang genommen, die kurz zuvor gelandet waren aus Stuttgart. Klaus, der Allrounder des Tierheims verlud unser Gepäck und ab ging es zur Unterkunft. Wir richteten uns noch ein, füllten unseren Kühlschrank und gingen früh zu Bett um gerüstet zu sein für den nächsten Tag im Tierheim.
Wie die folgenden Tage auch startete unser Tag im Tierheim gegen 9 Uhr und nach einer herzlichen Begrüßung der Mitarbeiter) startete Klaus eine Führung, und stellte uns die Tiere vor. Eine ohrenbetäubende Begrüßung schlug uns entgegen von nahezu 200 Hunden, mit viel Schwanzwedeln buhlten die freundlichen Tiere um Aufmerksamkeit. Ich war schier begeistert von der Art der Haltung und das in einem Tierheim mit nur 6 Mitarbeitern, von denen 2 sich rein um die Pflege und Fütterung der Hunde kümmerten.
Die Hunde sind in Zweier- und Vierergruppen gehalten was enorm das Sozialverhalten untereinander fördert, sehr vorbildlich auch die Sauberkeit der Zwinger ( es riecht nach Tieren, aber stinkt in keinster Weise !), die täglich gereinigt werden. Alle Hundegruppen dürfen täglich in die Innen- oder Aussenpatios zum rennen, spielen, laufen, gerade die lauffreudigen Hunde sind natürlich unterfordert. Das Tierheim ist insgesamt in einem gut geführten und ordentlichen Zustand, alles hat seinen Platz und seine Sortierung.
Viele Hunde berührten mich besonders, z.B. Melchior 17 Jahre, der schon durch sein Alter angeschlagen während eines Einbruchs ins Tierheim verprügelt wurde und gerade noch knapp überlebte. Er hat freien Zugang zu fast allen Bereichen und wird dort irgendwann auch sterben. Dann ist da eine Hündin, die in einem verschnürten Müllbeutel auf der Mülldeponie lebend gefunden wurde ! Bis sich ihre Haut vollständig erholt hat, wird es noch dauern. Ich hoffe, sie wird dann ein liebevolles Zuhause finden.
Ein Hund erlitt schlimme Verletzungen an der Wirbelsäule und wurde erfolgreich operiert, auch ein Welpe, der mit Kieferbruch aufgefunden wurde.
Jede von uns fand auch sehr schnell ihre Lieblinge, bei Elli waren es die Katzen und Podencos, Uschi blieb ihrer Linie der „Kampfschmuser“ treu, während Jutta sich um alle bürokratischen Dinge kümmerte, wie Vermittlungslisten auf den aktuellen Stand zu bringen, finanzielle Dinge zu klären etc. Ich wusste gar nicht, wo ich zuerst sein sollte, gerade auch die schüchternen und ängstlichen Hunde erweichten mein Herz, so verliebte ich mich glatt in Nelly, die nach einer weiteren Beinoperation Ende März zu uns kommt !
Jeden Tag kümmerten wir uns um die Hunde, gingen Gassi, kümmerten uns um die Fellpflege oder versuchten Jutta behilflich zu sein, in dem wir etwas über die Charaktere und Angewohnheiten der Hunde rausfanden, was ihr eine spätere Vermittlung etwas leichter gestaltet um die Hunde zu beschreiben. Allein auch die vielen Podis zu unterscheiden fällt schon schwer, da sie sich doch sehr ähneln.
Schlimm und sehr emotionalen Momente waren die, wenn Fundhunde im Tierheim landeten oder einfach von ihren Besitzern abgegeben wurden. Z.B ein Labrador der als Welpe im TH war, dann adoptiert wurde und wieder von seinem Herrchen abgegeben wurde unter fadenscheinigen Begründungen. Das Tier schien nur verzweifelt, als es am Tor bemerkte, wo es hin sollte ! Jutta war besonders bewegt, da sie das Tier aus früheren Besuchen im TH kannte. Sie kümmerte sich sofort um die Vermittlung . Angetan war ich von der ruhigen und besonnenen Art und Weise , wie alle Mitarbeiter mit den Tieren umgehen, jeder versucht irgendwie den Tieren Gerecht zu werden, was bei der Anzahl der Hunde und auch Katzen nicht immer leicht ist. Durch die Gruppenhaltung herrscht eine gesunde Rangordnung unter den Hunden, und sehr selten ( wenn eben Einer die Rangordnung im Rudel anzweifelt) kommt es zu Streiterein. Erstaunlich, wie Felipe und Gunther ( die Pfleger der Hunde ) in der Lärmkulisse doch ernsthaften Ärger raushören und diesen schlichten, meist mit einem Wasserschlauch. Zum Glück ist Lidia, die Tierärztin, selten mit Bissverletzungen beschäftigt, meist mit Kastrationen und Impfungen oder anderen „harmloseren „Operationen.
Samstags ist der „Chaos-Tag“ im Tierheim, dann kommen auch viele Einheimische die Hunde Gassi führen oder selber ein Tier suchen. Dann den Überblick zu behalten bedeutet dür die kleine Truppe im TH harte Arbeit.
Sonntags steht zumeist Lynn, die englische Koordinatorin auf dem Markt, um durch Verkauf diverser Artikel Spenden zu sammeln.

Die etlichen Fundhunde in der Woche waren allesamt sehr zugänglich und freundlich, traurig sind Momente, wenn ein Fundhund die „falsche“ Rasse hat und somit meist bis zum Ende im TH verbleibt ( in Deutschland herrscht Einfuhrverbot) oder wenn er das „Glück“ nicht hat in einer staatlichen Tötungsanstalt landet ( Perrera) , in der er nach 21 Tagen „entsorgt“ wird. Tränen in den Augen hatten wir auch beim Anblick der getöteten Podis in den felsgräbern die wir suchten und fanden. Hier entsorgen einheimische ihre Tiere, die untauglich oder schier nicht mehr „benötigt“ werden. Die weinigsten haben das „Glück“ erschossen zu werden, die meisten finden einen qualvollen Tod mit einem Strick um den Hals angebunden sich selbst überlassen. Welch schlimmer Tod! Wir fanden etliche Skelette und Schädel, teils noch mit Halsband und Fellresten dran, wie wäre es uns ergangen, wenn wir noch Kadaver gefunden hätten ? Ich mag nicht dran denken, wir waren so schon sehr ergriffen !



Mein Fazit ist, dass SARA es immer Wert ist, mit Spenden zu helfen und unterstützen und den Tieren eine Chance auf ein freundliches, neues Zuhause zu geben. Die Mühen und Kraft jedes Einzelnen dort arbeitenden Tierfreundes gehören unterstützt !

Ich komme gerne wieder !


Tiere aus dem Tierheim die ein neues Zuhause suchen finden Sie >>>HIER

Ein trauriger Fund auf Lanzarote

Am Strick angebundene Hunde mittlerweile skelettiert, teils noch im Halsband hängend und mit Fellresten. Teilweise Patronenhülsen in der Umgebung. Wie grausam ist der Mensch ?!?