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"Tag der offnen Tür"

Am Sonntag, 28.09.2008 trafen wir uns mit anderen Tierschutzvereinen vor den Toren des Herrn W. in Dorsten, der „freundlicherweise“ zum Tag der offenen Tür geladen hatte, um potentiellen Hundeinteressenten seinen Verkauf vorzustellen.

Neben der üblichen „Volksbelustigung“ wie Kutschfahrten, Ponyreiten sowie diversen anderen Amusements durften natürlich auch die Hauptakteure nicht vorenthalten werden: die lieben süßen Hundebabys, die ach so niedlich in ihren Gitterställen auf Besucher in mehr oder weniger „agilen“ Zuständen auf die Käuferschar warteten. Dass nicht alle Hundewelpen im besten Allgemeinzustand waren konnte der Laie vermutlich weniger direkt erkennen, jedoch nicht unerwünschteren Besucher in Form der Tierschützer und Hundekenner die aus diversen Sparten vor Ort waren schon.

Erfreulich war die Tatsache, dass die Presse zahlreich vor Ort erschienen war und sich auch gut informier an uns Tierschützer gewendet haben. Der WDR bat den Betreiber des Hundehandels natürlich auch um eine Stellungnahme gerade auch bzgl. der Anklagen aus der Vergangenheit und den Verhandlungen. Herr W. war jedoch nicht bereit vor die Kamera zu treten.

Zahlreiche Hundeinteressenten informierten sich bei uns , ließen sich unsere Bedenken und Ratschläge erklären. Andere wiederum verließen das Gelände mit „frisch erworbenen Hundebabys“ und reagierten teils recht unwirsch auch auf Nachfragen der Presse.

In diversen Interviews klärten die Tierschützer über Herrn. W. und seinen Handel sowie über die Fakten auf, was an der Art „ Handel mit Lebendware“ so tierschutzwidrig ist. Gerne können die Berichte im Internet angesehen werden unter

http://www.wmtv-online.de
und

http://www.wdr.de/mediathek/html/regional/aks.xml?datum=2008-09-28&offset=0&autoPlay=true


Wir werden das Unternehmen weiter beobachten und sicherlich so lange, bis dieser Herr definitiv den langersehnten Riegel vorgeschoben bekommt, der die Tore n icht mehr öffnen lässt.

Staatsanwalt ermittelt!



Die "Welpenstube Winkel" in Dorsten 15.02.2003
Auf den Spuren der Hunde-Mafia
Staatsanwalt ermittelt in 500 Fällen gegen Tierhändler


Von JÖRG PHILIPPI-GERLE



Dorsten

"Gewundert hat mich das schon, dass der Mann so viele verschiedene Rassen hatte. Aber dieser Hund, der war so süß, da hat der Verstand wohl ausgesetzt".
Ingo Joa (32), Konzertmanager aus Kamp-Lintfort, hält das Foto von "Roxy" traurig in seiner Hand."Roxy", der kleine schwarze Labrador, gerade mal elf Wochen alt. Nur vier Tage war er der Liebling Joas. "Samstags habe ich ihn mit meiner Freundin für 250 Euro gekauft. Noch am selben Abend hatte er Erbrechen, Durchfall mit Blut. Beim Tierarzt kam er an einen Tropf, und Dienstag ist er verstorben". Joa ist traurig und
wütend auf den Hundehändler.
Ein rot geklinkerter Bauernhof in Dorsten im Ruhrgebiet. Hier soll nach Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft Frankfurt das Zentrum einer gewissenlosen Hunde-Mafia sein. Der Hof gehört Hubert W. (29). Der wirbt im Internet: "Welpenkauf ist Vertrauenssache, schenken Sie Ihr Vertrauen nicht irgendwem, kommen Sie direkt zu uns".
Doch viel Vertrauen genießt W. nicht mehr. Staatsanwalt Matthias Mackenthun: "Wir ermitteln gegen ihn wegen Betrugs, Urkundenfälschung, Verstößen gegen das Tierschutzgesetz und Arzneimittelmissbrauch". Über 30 Anzeigen liegen bei der Polizei, rund 500 Fälle will die Staatsanwaltschaft aufrollen.

Die Akte W. kam ins Rollen, als auch in Frankfurt frisch gebackene Hundebesitzer erleben mussten, dass ihr Tier urplötzlich krank wurde oder sogar starb. Hunde, die Händler aus dem Rhein-Main-Gebiet bei W. in Dorsten gekauft haben wollen. Der wiederum importiert sie aus Osteuropa, wo Hunde unter unwürdigen Zuständen gezüchtet werden, über Holland nach Deutschland, was er auch nicht bestreitet. Mackenthun: "In Ungarn etwa werden für einen Hund 20 bis 40 Euro gezahlt, hier 200 Euro. Das ist ein lohnendes Geschäft und nicht einmal verboten".
Gutachten: Alle Tiere bei W. waren krank Problematisch aber: der Gesundheitszustand der Tiere. Der Gießener Veterinärmediziner Prof. Ernst-Günther Grünbaum untersuchte elf Hunde, die bei einer Razzia auf W.'s Hof beschlagnahmt wurden. Ergebnis seines Gutachtens: Alle litten unter Krankheiten wie Durchfall, Staupe oder Parvovirose.
Ein Welpe war "hochgradig abgemagert", "ausgetrocknet". Ein andere hatte Kieferfrakturen, die durch "Gewalteinwirkung"entstanden sein müssen und "tierärztlich nicht versorgt" waren.
Grünbaums Fazit: "Die Haltung der Tiere und die Überwachung ihres Gesundheitszustandes kann weder fach- noch sachgerecht gewesen sein". Obendrein seien die Impf- und Zuchtpapiere der Hunde "offensichtlich falsch". Mackenthun: "Dazu fanden wir bei der Razzia Medikamente, die den Ausbruch der entdeckten Krankheiten hemmen können".
Aus Frankfurt wird das Verfahren jetzt an die Staatsanwaltschaft Essen weitergeleitet. W. selbst sieht den Ermittlungen offenbar gelassen entgegen. Dass Hunde aus seiner Handlung nach wenigen Tagen tot waren, kommentiert er so: "Sie können doch auch nicht wissen, ob es Ihnen in zwei Tagen gut geht". Er sieht sich scheinbar als guter Samariter: "Immerhin schaffe ich es, Rassehunde zu günstigen Preisen zu verkaufen, so dass sie sich auch Arbeitslose leisten können".Dass Hunde bei ihm beschlagnahmt wurden, bestreitet er gegenüber EXPRESS ,"obwohl es die staatsanwaltlichen Papiere zeigen" rundheraus.

Quelle: www.maulkorbzwang.de